Tradition. Innovation. Perfektion.
Erfolg braucht Mut – und Leidenschaft. Beides stellte Firmengründer Henry E. Steinway unter Beweis: Er wurde 1797 als Heinrich Engelhard Steinweg in Wolfshagen im Harz geboren und baute schon im Alter von 20 Jahren seine ersten Saiteninstrumente. 1825, nur fünf Jahre später, gründete er in Seesen eine eigene Werkstatt. Da dort jedoch nur die Reparatur von Instrumenten gestattet war, fertigte er im Jahre 1836 seinen ersten Flügel heimlich in der Küche seines Wohnhauses an. Viele für den Flügelbau wegweisende Entwicklungen – wie zum Beispiel die Konstruktion des Resonanzbodenstegs aus nur einem Stück – flossen bereits in dieses als „Küchenflügel“ bekannt gewordene Instrument ein. Die Fertigstellung dieses Flügels war sicher für Heinrich Engelhard Steinweg einer der bedeutendsten Momente seines Lebens. Denn schließlich setzte er seine Vision, das bestmögliche Klavier zu bauen, erstmals in die Realität um und legte damit den Grundstein für seinen späteren Weltruhm.
Heinrich Engelhard Steinweg lebte von Anfang an seinen Pioniergeist aus. Für ihn zählte fortschrittliche Technik und vor allem ein exzellenter Klang. Bis 1850 hatte er in Deutschland bereits 482 Instrumente auf den Markt gebracht. Dennoch entschloss er sich zum Aufbruch nach Amerika, um seine Konstruktionen weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Lage schien Amerika hierfür die besten Voraussetzungen zu bieten. Am 29. Juni 1850 erreichte er zusammen mit seiner Familie New York. Dort wurde aus Heinrich Engelhard Steinweg der Unternehmer Henry E. Steinway. Am 5. März 1853 gründete er zusammen mit seinen Söhnen C. F. Theodore, Charles, Henry junior, William und Albert die Firma Steinway & Sons und setzte damit einen Meilenstein für höchste Qualitätsansprüche im Flügel- und Klavierbau.
Steinway & Sons machte sich in Amerika schnell einen Namen und sollte in kürzester Zeit den Markt und die Konzertbühnen der Welt erobern. Der Mut zur Innovation und die Leidenschaft haben die Entwicklung des Familienunternehmens bestimmt. Henry senior und seine Söhne bauten die ersten Tafelklaviere nahezu alle selbst, und schon 1855 wurden die Instrumente während der Ausstellung „American Institute Fair“ im New Yorker Kristallpalast zum ersten Mal für die gute Qualität ausgezeichnet. Mit der Anmeldung des ersten Patentes für eine Stoßmechanik im Jahre 1857 erfuhr die Klavierwelt, dass sich hinter den Steinways großartige Pioniere verbargen – nicht umsonst gilt das Unternehmen mit der Entwicklung von 127 weiteren Patenten als Begründer des modernen Klavierbaus. Allein 45 Patente gehen auf das Konto von C. F. Theodore Steinway, der als einziger Sohn Henrys nicht mit nach Amerika ging, um den Restbestand des Klavierunternehmens in Deutschland weiterzuführen. Er sollte seiner Familie erst im Jahre 1865 nach dem Tod seiner beiden Brüder Henry junior und Charles folgen und für bahnbrechende Konstruktionen im Klavierbau sorgen. So entstand Stück für Stück der Flügel, wie wir ihn in seinem Design, seiner Spielart, seiner Langlebigkeit und Perfektion heute kennen und schätzen.
William Steinway, der als das Marketinggenie der Firma galt, setzte im Jahre 1866 eine seiner genialen Ideen um und gründete in New York die Steinway Hall, die neben den Verkaufsräumen auch über einen Konzertsaal für 2.000 Gäste verfügte und schnell zum kulturellen Zentrum wurde. Auch holte er die berühmtesten Künstler der Zeit erstmals nach Amerika und schickte sie auf teilweise kräftezehrende Tourneen, um damit den Bekanntheitsgrad der Instrumente zu steigern. Anton Rubinstein zum Beispiel gab Anfang der 1870er Jahre 215 Konzerte in 239 Tagen, was ihn ans Ende seiner Kräfte und Tausende von Amerikanern den ersten Kontakt mit Pianos und klassischer Musik brachte.
Im Jahre 1871 starb Henry E. Steinway. Seine Söhne führten das Unternehmen in seinem Sinne weiter.
1880 dann war es an der Zeit, dem steigenden Bekanntheitsgrad von Steinway & Sons auch außerhalb der Grenzen Amerikas gerecht zu werden. C. F. Theodore und William Steinway gründeten in Hamburg eine zweite Fabrik, die neben der in New York bis heute der einzige weitere Produktionsstandort ist.
In den Fabriken in New York und Hamburg gilt die Philosophie des Firmengründers Henry E. Steinway „to build the best piano possible“ – damals wie heute.
Während die Fabrik in New York für den gesamten amerikanischen Kontinent zuständig ist, wird von Hamburg aus der sogenannte Rest der Welt beliefert. Ausschlaggebend für die qualitativen Merkmale eines Klaviers bzw. Flügels sind drei Kriterien: die Konstruktion, die Fertigungsmethode und das Material. Steinway & Sons hat sich von Anfang an kompromisslos der Erfüllung dieser Kriterien gewidmet und das exklusive Steinway System entwickelt, welches bei der Konstruktion aller Instrumente in den Fabriken in New York und Hamburg angewandt wird. Jedes Instrument wird mit Beginn der seiner Entstehung mit jenem Respekt behandelt, der einem Meisterwerk gebührt. Die Herausforderung besteht darin, jedes Instrument auf seine Art vollkommen zu machen – vollkommen zu einem Steinway.
Nicht umsonst ist der Steinway heute auf den Konzertbühnen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Über 1.600 Berufsmusiker möchten auf ihren Steinway nicht verzichten und auch renommierte Ausbildungsstätten stellen ihren Studenten ausschließlich Instrumente von Steinway & Sons zur Verfügung. Aber auch für den Hobbymusiker ist es ein überwältigendes Gefühl, einen Steinway sein Eigen zu nennen. Steinway & Sons – ein Name, der quasi Synonym für das Piano geworden ist. Es war Maestro Arthur Rubinstein, der sagte: „A Steinway is a Steinway and there is nothing like it in the world“.





